Frühstücksbrötchenschauessen

Manchmal ärgere ich mich über meine Mitfahrgäste mehr als über das Bahn- oder Fahrpersonal.

Als Aus- und Unfall geplagter ÖPNV-Nutzer im störanfälligen Bonner Netz ist dies eigentlich nur schwer möglich,  aber einige Mitfahrer und ja auch -innen treiben es echt auf die sprichwörtliche Spitze.

Mal ganz abgesehen von der offensichtlichen Unkenntnis der Notwendigkeit der Nutzung eines Deodorants oder zumindest einer täglichen Grundreinigung der eigenen umhüllenden Hautschichten hat sich meines Erachtens eine neue Unsitte verbreitet:

Das öffentliche Frühstücksbrötchenschauessen:

Irgendwo, und sei das Verkehrsmittel auch noch so voll, steht oder sitzt bestimmt ein Vollpfosten oder eine Vollpföstin und verzehrt ein remouladensaucengeschwängertes Frühstücksutensil aus irgendeiner Großbäckereifabrik.

Heute morgen saß so ein Exemplar mir gegenüber in der Linie 63:

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Verstummte Verschleierungskonstrukte

Da unser Drucker infolge einer leeren Patrone „Schwarz“ seine Auftragsausführung verweigert, musste ich mich aufgrund anstehender Munitionseinkäufe trotz guter Fahrradfahrbedingungen heute morgen mit der herbstferiengeleerten Linie 61 auf den Weg zur Arbeit begeben.

Neben mir am Fenster saß ein Herr mittleren Altetrumprs mit Donald-Trump-artiger Haarausfallverschleierungsfrisurkonstruktion, der kurz vor der Haltestelle „Stadthaus“ ein Frage an mich richtete:

„Möchten Sie auch an der nächsten Haltestelle aussteigen?“

Hmmm, ich war mir in diesem Moment nicht so ganz sicher:

Möchte er

a) aufgrund der „Schönheit“ der Haltstelle mich zum Mitaussteigen überreden oder

b) ein zwangloses Gespräch mit mir beginnnen oder

c) mich darauf hinweisen, dass ich aufstehen sollte, damit er austeigen kann?????

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Kölsches Lieblingswort für diese Woche!

Die deutsche Sprache ist voll von Bezeichnungen für verträumte, weltfremde Menschen: Träumer, Traumtänzer, „Hans guck in die Luft“ (Gibt es hier eigentlich eine weibliche Variante???), Schlafmütze, nur um die gebräuchlichsten Varianten zu nennen.

Heute morgen lief ein besonders ausgeprägtes Exemplar schlafmütziger Art über die Bahnanlage an der Haltestelle Pariser Straße.  Der Bahnfahrer schaffte es erst nach der dritten Klingelorgie, die notwendige Aufmerksamkeit und Zuwendung des Passanten zu erreichen, er blieb noch vor der herannahenden Bahn mit leicht erschrochenem Blick stehen .

Ich stand am gegenüberliegenden Bahnsteig und schüttelte solidarisch und zeitgleich mit dem Bahnfahrer den Kopf. schlafwandeln Mein anstehender Mitfahrgast sprach mich an:

„Wat häls de dann von demm Idiot do drüvven? Wat für eh Drömdöppen!!“

Ich habe mein kölsches Lieblingswort für diese Woche schon am Montag gefunden!!!!!

Der zweite Eindruck …

Heute war schlääääsch Wedder im Süden NRW’s, ich saß mal wieder in meiner Heimatlinie, der 61.

Im Ferienfahrgastsommerloch  werden die Gleise an der Südunterführung erneuert, während der Baumaßnahmen endet und beginnt die Fahrt zurück der Linie 61 am Bonner Hauptbahnhof im UBahnbereich.

Oftmals wird die Bereitstellung der Bahn in Richtung Norden zum Fahrerwechsel genutzt, so auch heute abend, ein ziemlich schlecht gelaunter Fahrzeugführer verließ abgearbeitet seinen Arbeitsplatz.

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Schlecht positioniert

„Räsch Disch net op…“war einer der häufigsten Sätze, die ich während meiner rheinischen Sozialisation im Kölner Süden hörte:

Opa besänftigte die Oma, de Mamm beruhigte de Papp, wenn z.B. irgendein „Verkehrsrowdy“ seiner Meinung nach dem geliebten grünen Opel Rekord D mit schwarzem Vinyldach zu Nahe kam …

Ich würde mich eher als ausgeglichenes Temperament beschreiben, es bedarf schon einiger Klöpse, Verbalattacken oder krassem Fehlverhalten, bis das ich mich „oprähje“.

Himmelherrgottnochmal, am Freitag letzter Woche war es soweit: Der Radweg (es heisst tatsächlich nur noch „Radweg“ und nicht mehr „Radfahrweg“, …) am Rheinufer in Bonn ist auf der Höhe „Alter Zoll“ recht eng und schmal bemessen, zwei Fahrräder passen einigermaßen „so jraad noch“ aneinander vorbei.

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